Tief, tiefer – Hallo Ende

ich habe nun längere Zeit mein Tagebuch – oder was auch immer das hier ist – vernachlässigt.
Ich hatte, nein…. ich habe…. ein ordentliches Tief. Eigentlich bin ich ziemlich am Ende.

Ich schaffe nichts mehr hier. Und bei jedem bisschen bin ich fertig wie nach einem Marathon. Mein Herz fängt an zu rasen.
Meine Wohnung, die sieht aus als wäre hier eine Bombe eingeschlagen, ich weiß nicht mehr wie lange ich den Abwasch nicht gemacht habe. Ich selbst vernachlässige mich komplett.

Mein Kind? Die geht in die Kita und ich hole sie ab. Ich mache ihr essen und sie trinkt. Den Rest schafft sie alleine. Aber wirklich richig kümmern? So wie sie es von ihrer Mutter verdient hätte? Nein. Das schaffe ich nicht.

Und während ich das hier schreibe, muss ich weinen. Denn ich schäme mich so unglaublich für das alles. Für die Wohnung. Für mich. Dafür dass ich ihr keine gute Mutter sein kann. Ich möchte im Boden versinken. Es tut mir so unendlich leid. Ich muss immer wieder tief durchatmen. Ich fühle mich als wäre ich eine totale Rabenmutter.

Ich weiß es ist nur die Krankheit. Aber meine Gefühle – die lassen sich einfach nicht abstellen. Mir wird alles zuviel. Ich sehe mich um in dieser Wohnung und ich fühle mich schlecht. Ich kann aber die Kraft nicht aufbringen. Ich schaffe es nicht.

Mein ganzer Körper fühlt sich an, als wäre er aus Blei. So schwer. Und jeder Schritt ist so unglaublich anstrengend. Ich habe keine Kraft mehr und schnaufe bei jedem bisschen wie eine Dampflok.

Dennoch gibt es einiges gutes zu berichten. Ich habe mein Vorgespräch in der Klinik geschafft. Das war sehr anstrengend aber gut. Ich fühlte mich sehr positiv hinterher. Es geht voran. Ich muss zwar noch einige Zeit warten, aber wenn ein Platz dort frei ist, kann es losgehen.

Außerdem ist kleiner Nachwuchs bei uns eingezogen. Letzte Woche haben wir zwei kleine Zwergkaninchen bekommen. Die sind noch sehr jung und klein.

Wenn ich mit einem der beiden Kuschel geht es mir gut. Er beruhigt mich wenn ich eine Panikattacke bekomme. Er gibt mir Kraft. Die kleinen sind einfach eine unglaublich gute Therapie. Zumindest für den Moment.

Das hier zu schreiben ist sehr anstrengend wieder. Mein Herz fängt wieder an zu rasen.
Ich hoffe dass ich in Zukunft wieder mehr schreiben kann. Auch wenn es nur für mich ist, aber es tut mir gut alles von de Seele zu schreiben – auch wenn es viel Kraft kostet und anstrengend ist.