Ein Jahr danach – ein ganz besonderes Jahr

nun war ich bereits ein Jahr lang nicht online. Ich habe sogar fast mein Tagebuch vergessen. In diesem einem Jahr ist so viel passiert.

Ich war 10 Wochen in der Tagesklinik. Es hat mir unglaublich viel geholfen und es war ein super start. Ich bekam Medikamente. Nach der Klinik hat es einige Zeit gedauert bis ich einen Ambulanten Therapieplatz bekam. Aber ich habe ihn bekommen. Ich bekam eine offizielle Diagnose und arbeite immer noch an mir und meiner Krankheit. Einmal die Woche gehe ich zur Therapie.

In gewisser weise hat sich schon eine Besserung eingestellt. Von der Stimmung her wurde es etwas besser. Auch meinen Haushalt bekomme ich wieder geregelt. Aber meine Organisation, Konzentration und alles was damit zusammen hängt ist noch immer schlecht.

Meine Diagnosen lauten:
Sozialphobie mit Panikstörung
Ängstlich- vermeidende Persönlichkeitsstörung
Rezidivierende Depression

Ich kämpfe mich weiter durch. Habe den Kopf voll und komplettes Gehirnspaghetti. Zur Zeit werde ich noch auf ADS getestet.

Das Jahr 2017 ist ein ganz besonderes Jahr für uns. Meine Tochter wird 6 Jahre alt und kommt in die Schule. Die Terrorprinzessin ist ende letzten Jahres den Cheerleadern beigetreten und hat bereits einige Auftitte sowie einen Wettbewerb mitgemacht. Wir sind super Stolz auf unsere Maus.

Das ganze bedeutet aber mehr Belastung für mich. Ich gehe regelmäßig – gut – so regelmäßig ich es kann – zum Treining mit ihr und auch zu den Auftritten gehe ich mit ihr. Außerdem habe ich die Planung vor mir für die Feiern. Mit dem Kindsvater kann ich mich teilweise schon ganz gut verständigen. Auch in der Kita steht ständig etwas neues spannendes an.

Es ist alles so viel für mein Krankes Gehirn. Mein Dämon – Mein Teufel – macht ordentlich Party da oben. Aber vielleicht ist es ja doch ADS? Ich weiß es nicht.

Wenn mir alles zu viel ist dann haue ich ab. Gedanklich. Ich gehe in meine eigene Bastelwelt. Dort heisst es nur noch „Kopf aus – Herz an“ und ich bin voll in meinem Element. Ich kann mich wieder Konzentrieren und gut durchatmen. Ich kann komplett abschalten von allem.

Ich versuche mir meine Struktur aufzubauen. Ich habe einen Wochenplan und diesen in meinem Handykalender eingetragen. Ich schreibe alles auf. Da ich sonst sehr viel vergesse.

Meine großen Projekte sind zur Zeit Barbies Dreamhouse und die Zuckertüte ganz im Stil von Disney Prinzessin. Ich hoffe ich schaffe es auch. Aber ich halte mich ran. Ich denke ich kann es schaffen. Ich bin mir sogar sicher.

Ich bin eine Kämpferin und kämpfe mich durch dieses spannende aber auch belastende Jahr. Bin eine Stolze Mama aber auch am Rande meiner Kräfte. Ich lebe im totalen Gefühlschaos und das gleiche findet sich in meinem Kopf mit meinen Gedanken wieder. Ich werde immer wieder abgelenkt von anderen dingen, schaffe die Arbeiten nicht in einem Stück abgearbeitet sondern wechsel oft zu anderen Arbeiten. Ich Träume oft vor mich hin – es tut meinem Kopf sehr gut mich wieder neu zu starten.

Aber ich bin noch da. Und ich versuche das Tagebuchschreiben wieder neu aufleben zu lassen und hoffe ich schaffe es wieder regelmäßiger…