Eine neue Diagnose – und plötzlich fühlt es sich komplett an

Ich brauchte jetzt erst einmal einige Zeit für mich selbst.

Zum einen war da der große, ganz besondere Geburtstag. Der 6. Geburtstag. Eine riesen Party sollte starten. Ich habe mich um alles gekümmert und es war ein unvergessliches Wochenende. Jedoch habe ich eine Woche lang nur noch Funktioniert. Völlig ungeachtet meiner Krankheit und meiner vielen Diagnosen. Das kostete viel Kraft, Energie und war sehr anstrengend.

Dann kam eine weitere Diagnose. Lange fühlte es sich noch so „unkomplett“ an und besonders nach dem Bericht der Klinik so falsch. Nach und nach konnte ich mit meiner Therapeutin Licht ins Dunkel bringen. Mit jeder Diagnose spürte ich, dass wir der Wahrheit auf den Grund kommen.

Mit meiner Therapeutin konnten wir zunächst der Depression zu leibe Rücken. Auch mit meiner Sozialphobie komme ich zur Zeit gut zurecht. Jedoch merkten wir beide dass da noch immer etwas ist. Vor allem da meine Aufs und Abs sehr häufig kommen. Dies ist eher untypisch für eine Depression. Bei einer Depression hält ein Ab einfach länger an als einen Tag. So erklärte es mir meine Therapeutin.

Nun haben wir einen Test machen können. Die Vermutung stand ja schon länger im Raum. Nun ist es sicher. Ich habe von Geburt an ein ADS. Dies muss nun erst einmal sacken. Und das alles während den Geburtstagsvorbereitungen…. Es kam mal wieder alles auf einem Mal.

Jetzt ist aber erstmal der Trubel vorbei und ich gönne mir einfach einmal etwas Ruhe. Es wird das nötigste gemacht und ich kann mich erstmal ein wenig erholen. Mit der Diagnose ADS fühlt sich alles nun endlich komplett an und es erklärt so vieles.

Jetzt heisst es am ADS arbeiten und Wege finden. Mit der Zeit werden sicher noch Fragen aufkommen und diese werde ich mit meiner Therapeutin klären – nach und nach. Jetzt wird alles langsam angegangen. Schließlich brauche ich bald wieder Kraft für die Einschulung.

Ein Jahr danach – ein ganz besonderes Jahr

nun war ich bereits ein Jahr lang nicht online. Ich habe sogar fast mein Tagebuch vergessen. In diesem einem Jahr ist so viel passiert.

Ich war 10 Wochen in der Tagesklinik. Es hat mir unglaublich viel geholfen und es war ein super start. Ich bekam Medikamente. Nach der Klinik hat es einige Zeit gedauert bis ich einen Ambulanten Therapieplatz bekam. Aber ich habe ihn bekommen. Ich bekam eine offizielle Diagnose und arbeite immer noch an mir und meiner Krankheit. Einmal die Woche gehe ich zur Therapie.

In gewisser weise hat sich schon eine Besserung eingestellt. Von der Stimmung her wurde es etwas besser. Auch meinen Haushalt bekomme ich wieder geregelt. Aber meine Organisation, Konzentration und alles was damit zusammen hängt ist noch immer schlecht.

Meine Diagnosen lauten:
Sozialphobie mit Panikstörung
Ängstlich- vermeidende Persönlichkeitsstörung
Rezidivierende Depression

Ich kämpfe mich weiter durch. Habe den Kopf voll und komplettes Gehirnspaghetti. Zur Zeit werde ich noch auf ADS getestet.

Das Jahr 2017 ist ein ganz besonderes Jahr für uns. Meine Tochter wird 6 Jahre alt und kommt in die Schule. Die Terrorprinzessin ist ende letzten Jahres den Cheerleadern beigetreten und hat bereits einige Auftitte sowie einen Wettbewerb mitgemacht. Wir sind super Stolz auf unsere Maus.

Das ganze bedeutet aber mehr Belastung für mich. Ich gehe regelmäßig – gut – so regelmäßig ich es kann – zum Treining mit ihr und auch zu den Auftritten gehe ich mit ihr. Außerdem habe ich die Planung vor mir für die Feiern. Mit dem Kindsvater kann ich mich teilweise schon ganz gut verständigen. Auch in der Kita steht ständig etwas neues spannendes an.

Es ist alles so viel für mein Krankes Gehirn. Mein Dämon – Mein Teufel – macht ordentlich Party da oben. Aber vielleicht ist es ja doch ADS? Ich weiß es nicht.

Wenn mir alles zu viel ist dann haue ich ab. Gedanklich. Ich gehe in meine eigene Bastelwelt. Dort heisst es nur noch „Kopf aus – Herz an“ und ich bin voll in meinem Element. Ich kann mich wieder Konzentrieren und gut durchatmen. Ich kann komplett abschalten von allem.

Ich versuche mir meine Struktur aufzubauen. Ich habe einen Wochenplan und diesen in meinem Handykalender eingetragen. Ich schreibe alles auf. Da ich sonst sehr viel vergesse.

Meine großen Projekte sind zur Zeit Barbies Dreamhouse und die Zuckertüte ganz im Stil von Disney Prinzessin. Ich hoffe ich schaffe es auch. Aber ich halte mich ran. Ich denke ich kann es schaffen. Ich bin mir sogar sicher.

Ich bin eine Kämpferin und kämpfe mich durch dieses spannende aber auch belastende Jahr. Bin eine Stolze Mama aber auch am Rande meiner Kräfte. Ich lebe im totalen Gefühlschaos und das gleiche findet sich in meinem Kopf mit meinen Gedanken wieder. Ich werde immer wieder abgelenkt von anderen dingen, schaffe die Arbeiten nicht in einem Stück abgearbeitet sondern wechsel oft zu anderen Arbeiten. Ich Träume oft vor mich hin – es tut meinem Kopf sehr gut mich wieder neu zu starten.

Aber ich bin noch da. Und ich versuche das Tagebuchschreiben wieder neu aufleben zu lassen und hoffe ich schaffe es wieder regelmäßiger…

Der Kampf hat begonnen

Am 12.05. bin ich in der Tagesklinik aufgenommen worden. Es ist so anstrengend. Alles ist neu und unbekannt. Es sid viele Menschen und es macht mir Angst.

Es geht wieder ins Tief. Die Konzentration ist weg und ich stehe neben mir. Der Antrieb ist ebenfalls abgefallen.

Ich bin sehr gereizt und extrem Müde. Ich bekomme nichts gemacht und bin Schusselig.

Habe mir dazu noch den rechten Daumen verletzt. Das frustriert, weil man nichts mehr machen kann dadurch. Selbst wenn es psychisch ginge. Auch das Basteln fällt flach.

Basteln: Das basteln hat mir die letzte Zeit sehr geholfen mich abzulenken und auf das eine zu konzentrieren. Ich war eine völlig andere, habe ich an etwas gearbeitet. Ich fühlte mich pudelwohl dabei. Ich verbrachte sehr viel Zeit damit und erstellte mir sogar eine eigene Facebookseite für meine Werke…

Ich bin sehr Stolz auf mich.

Pläne für die Zukunft: Ich werde mir Wochenziele stellen. Außerdem werde ich so oft es geht alles Gute und Positive aus meinen Tagen filtern und vor Augen halten. Eventuell werde ich es beides hier in dieses Tagebuch einbauen.

Mein erstes Wochenziel: mit dieser Gereiztheit lernen umzugehen und es nicht mehr an andere auszulassen.

Tief, tiefer – Hallo Ende

ich habe nun längere Zeit mein Tagebuch – oder was auch immer das hier ist – vernachlässigt.
Ich hatte, nein…. ich habe…. ein ordentliches Tief. Eigentlich bin ich ziemlich am Ende.

Ich schaffe nichts mehr hier. Und bei jedem bisschen bin ich fertig wie nach einem Marathon. Mein Herz fängt an zu rasen.
Meine Wohnung, die sieht aus als wäre hier eine Bombe eingeschlagen, ich weiß nicht mehr wie lange ich den Abwasch nicht gemacht habe. Ich selbst vernachlässige mich komplett.

Mein Kind? Die geht in die Kita und ich hole sie ab. Ich mache ihr essen und sie trinkt. Den Rest schafft sie alleine. Aber wirklich richig kümmern? So wie sie es von ihrer Mutter verdient hätte? Nein. Das schaffe ich nicht.

Und während ich das hier schreibe, muss ich weinen. Denn ich schäme mich so unglaublich für das alles. Für die Wohnung. Für mich. Dafür dass ich ihr keine gute Mutter sein kann. Ich möchte im Boden versinken. Es tut mir so unendlich leid. Ich muss immer wieder tief durchatmen. Ich fühle mich als wäre ich eine totale Rabenmutter.

Ich weiß es ist nur die Krankheit. Aber meine Gefühle – die lassen sich einfach nicht abstellen. Mir wird alles zuviel. Ich sehe mich um in dieser Wohnung und ich fühle mich schlecht. Ich kann aber die Kraft nicht aufbringen. Ich schaffe es nicht.

Mein ganzer Körper fühlt sich an, als wäre er aus Blei. So schwer. Und jeder Schritt ist so unglaublich anstrengend. Ich habe keine Kraft mehr und schnaufe bei jedem bisschen wie eine Dampflok.

Dennoch gibt es einiges gutes zu berichten. Ich habe mein Vorgespräch in der Klinik geschafft. Das war sehr anstrengend aber gut. Ich fühlte mich sehr positiv hinterher. Es geht voran. Ich muss zwar noch einige Zeit warten, aber wenn ein Platz dort frei ist, kann es losgehen.

Außerdem ist kleiner Nachwuchs bei uns eingezogen. Letzte Woche haben wir zwei kleine Zwergkaninchen bekommen. Die sind noch sehr jung und klein.

Wenn ich mit einem der beiden Kuschel geht es mir gut. Er beruhigt mich wenn ich eine Panikattacke bekomme. Er gibt mir Kraft. Die kleinen sind einfach eine unglaublich gute Therapie. Zumindest für den Moment.

Das hier zu schreiben ist sehr anstrengend wieder. Mein Herz fängt wieder an zu rasen.
Ich hoffe dass ich in Zukunft wieder mehr schreiben kann. Auch wenn es nur für mich ist, aber es tut mir gut alles von de Seele zu schreiben – auch wenn es viel Kraft kostet und anstrengend ist.

Die Zappelkönigin in Hochphase

So sind Kinder nunmal…. Ich sage es mir immer wieder im Kopf vor. Es ist nur ein Kind und Kinder sind nuneinmal so. Kinder sitzen nicht still….. Es ist nur ein Kind…. Wusaaaa….

Nein – so wirklich hilft das auch nicht. Es ist einfach anstrengend. Ob im Bus, auf dem Weg vom und zum Bus oder bei Freunden. Nicht eine Sekunde Stillsitzen. Und immer Quatsch machen. Zappeln, Hüpfen, Rennen. Sehr Aktiv. Ein sehr sehr sehr Aktives Kind. Puh… Und Mama immer hinterher und versuchen das Kind irgendwie zur Ruhe zu bringen. Zumindest ein bisschen.

In Meinem Zustand? Nicht gerade die besten Voraussetzungen. Aber irgendwie bekommt man den Tag immer wieder rum.
Eine Trotzphase kennt ja jeder. Aber eine Zappelphase? Aber jede Phase geht einmal vorbei. Oder?

Ich bin stark, ich werde es schaffen. Ich stehe das auch noch durch. Ich kann alles schaffen was ich will. Das weiß ich genau. Auch wenn ich einmal einen Tiefpunkt habe, mir alles zuviel wird. Ich kann alles schaffen.

Mut, den habe ich heute wieder aufbringen können. Ich habe eine Email an die Klinik geschrieben, für eine teilstationäre Behandlung. Außerdem, was mir noch mehr Mut abverlangte, denn meine Familie weiß nichts von meinem Gesundheitszustand, ich habe mich meiner Mutter geöffnet. Ihr alles gesagt. Ich habe mich immer so geschämt dazu zu stehen. Ich traute mich nicht, das zu sagen. Mich quasi zu „outen“. Aber heute habe ich den Anfang geschafft. Ich habe es getan. Auch wenn ich so nervös war. Aber ich habe es geschafft. Und jetzt genieße ich den Abend noch soweit ich es kann und freue mich, dass Wochenende ist. Das heisst ausschlafen. Erholen. Kraft tanken. Wobei – für mich heisst es auch Haushalt. Denn der ist mehr als fällig. Und den habe ich mir fest vorgenommen für das Wochenende.

Ich fühle mich Krank. Fiebrig. Aber auch das ist ein Symptom der Krankheit. Erschöpfung… Da hilft nur Erholung. Und die gönne ich mir….

Der erste Tag

So, der erste Tag in meinem neuen Tagebuch. Leider scheint mein Allererster Beitrag nicht so richtig zu zählen, und dieser hier wird mein zweiter erster Beitrag werden. Aber gut, gelesen wird der erste erste Beitrag bestimmt noch einmal.

Also ehrlich gesagt weiß ich gar nicht wie ich diesen Tag heute in einem Wort beschreiben könnte. Gut, nicht gut…. Irgendwie ist es keins so wirklich alleine.
Aber mal von Anfang an:

Heute morgen dachte ich beim Aufwachen noch: „Oje, das wird heute nichts mit mir. Der Tag ist gelaufen und ich werde nichts schaffen“ Ich bin nur sehr schwer aus dem Bett gekommen. Ich fühlte mich, wie die ganze Woche schon, als hätte ich ewig nicht geschlafen. Keine Kraft nichts. Aber ich bin aufgestanden. Auch wenn ich diesmal eine dreiviertel Stunde brauchte dafür. Aber mein Wecker klingelt früh genug.
Ich weckte meine Motte, machte ihr Frühstück und mir Kaffee. Und dann kam die Überraschung. Mit jedem Moment wurde es besser. Ich weiß nicht wo ich die Kraft her holte, aber sie kam nach und nach wieder. Dennoch war ich eher langsam den Tag über. Aber das machte mir nichts aus.
Ich genoss es richtig, endlich mal wieder einen besseren Tag zu haben.
In der Kita, das Kind abgegeben, wurde meine Arbeit bewundert. Ich machte meinem kleinen Mädchen einen Französisch geflochtenen Zopf und das fanden alle schön. Sie zog heute Ihren Arzt-Pulli an. So nennt sie das Ding. Vor einigen Jahren malte ich einmal ein weißen Pulli an, so dass er wie ein Arztkittel aussieht, weil Sie einmal zu Halloween als Ärztin gehen wollte. Sie zieht es heute noch gerne an, es Passt noch und sie spielt gerne damit. Und zur Kita heute hat sie sich das angezogen. Es wurde total bewundert, weil es selbst gemacht war. Das schmeichelte natürlich und ist Balsam für meine Kaputte Seele.
Auf dem Heimweg habe ich sogar wieder gelesen im Bus. Das habe ich länger nicht mehr gemacht, weil ich mich nicht so richtig entspannen konnte dafür. Heute war es gut.
Zuhause angekommen nutzte ich meine Kraft und nahm den Mut zusammen. Ich telefonierte Ärzte ab. Ich war sehr Nervös und habe ein wenig gezittert. Aber ich habe es durchgezogen. 2 Termine konnte ich machen. Eine Absage bekam ich. Was mich kurz etwas traurig machte, aber es ging schnell vorbei. Es hat mich nicht runter gezogen.
Ansonsten nahm ich mir heute nur PC-Arbeiten vor. Ich wollte nicht gleich wieder zu viel auf einmal. Ich will mir meine Kraft sparen.
Ich eröffnete hier mein Tagebuch und schrieb den ersten-ersten Beitrag. Ansonsten schrieb ich noch ein paar Emails.
Mein Aufschwung hielt sich den ganzen Tag. Abholen von der Kita war ganz entspannt.
Ich genieße es total. Dass es jetzt so entspannt ist und freue mich auf morgen.

Heute will ich früh ins Bett gehen und hoffe morgen wird es auch so ein guter Tag. Es ist noch viel zutun hier. Die Woche blieb einiges liegen, aufgrund meines doch sehr starken Tiefs. Aber ich schaffe das. Ich habe ein gutes Gefühl. Genieße das ganze solange es anhält und freue mich sogar. Ich kann sogar sagen, heute überwog das Gefühl „ich freue mich“ über dem Gefühl „ich bin traurig“ – und das bei weitem! Und das ist ein tolles Gefühl. Ich fühle mich positiv leer. Kein Gedankenwirrwar… Ich genieße es und lade langsam meinen Akku wieder auf.

Ein Termin bei meinem Hausarzt habe ich im April und dann geht es voran und inzwischen freue ich mich sogar auf meine Arzttermine die noch kommen werden. Denn ich will meinen Dämon los werden. Ich weiß er geht nicht für immer weg. Aber ich werde ihn für eine gewisse Zeit los werden.

 

Ich bin mir sehr unsicher im Moment mit diesem Beitrag. Ich habe schon öfter mal den einen oder anderen Blog gelesen. Und ich schreibe alles andere als wie in einem Blog. Aber es soll ja auch ein Tagebuch sein, oder? Ich schreibe einfach wie es mir in den Kopf kommt. Dennoch bin ich sehr unsicher. Aber ich glaube ich traue mich auch diesen Beitrag wieder öffentlich zu halten und einfach mal Reaktionen abzuwarten.

Auf gehts – in den nächsten Tag.

meine Familie, der Dämon und ich

Oh je, wie fange ich das hier jetzt an? Ich mache das hier zum ersten mal. Und ich weiß auch noch gar nicht so genau ob ich jetzt alles öffentlich halte oder doch wieder ändere. Dieser erste jedoch, den werde ich einmal zur Probe öffentlich lassen denke ich. So kann ich einmal die Reaktionen darauf erleben.

Ich versuche mich hier noch zurecht zu finden. Alle Einstellungen und Möglichkeiten zu erforschen. Ich bitte aber schon einmal um Entschuldigung wenn es noch nicht perfekt ist. Mein Schreibstil wird sicher auch eher amateurhaft sein. Ich möchte hier aber auch keine Professionelle Geschichte schreiben, sondern einfach nur meine Gefühle und Gedanken loswerden. Auch kann ich nicht versprechen, dass ich täglich schreibe. Manchmal können Tage, Wochen oder im schlimmsten Fall Monate vergehen. Aber ich gebe immer mein Bestes.

So – wie fange ich am Besten an? Am Besten erstmal bei mir selbst. Ich bin 31 Jahre alt – in einigen Tagen 32. Ich leide seid Jahren an Depressionen. Dies ist auch der Grund weshalb ich dieses Tagebuch schreibe. Ich habe eine kleine Tochter von 4,5 Jahren. Wir zwei leben zusammen in einer tollen Wohnung mit meinem Lebensgefährten. Unser Bester und Liebster Papa. Wir sind eine kleine Familie. Sicher haben wir es nicht immer leicht gehabt, aber wir meistern alles und halten fest zusammen.
Ende des Jahres 2012 hat uns mein damaliger Mann verlassen. Meine Tochter und ich zogen aus und gingen zurück in meine Heimat Berlin. Meine Familie hat uns in dieser Zeit sehr unterstützt. Wir bauten uns ein neues Leben auf und ich stellte mich zum ersten mal meiner Krankheit. Ich machte eine Gesprächstherapie. Ende 2013 stieß dann unser Papa zu uns. Die Maus hat ihn toll angenommen und liebt ihn über alles. Ich lernte mit meiner Krankheit umzugehen und es ging mir gut in diesem Jahr. Es war alles wieder gut und ich fand sogar eine Arbeitsstelle.
Der Marathon zwischen Vollzeitarbeit, Tochter und Haushalt wurde mir jedoch zum Verhängnis. Ich war leider nicht ganz so stabil wie ich dachte und mit allem völlig überfordert. Dazu kamen Finanzielle sorgen und Schwierigkeiten. Dennoch hielt mein Schatz immer zu mir und wir meisterten jedes Tief. Ich verlor meine Arbeit, wir die Wohnung. Hatten einen haufen Schulden.
Dennoch gaben wir nicht auf. Ich rutschte zwar immer weiter in die neue Depression, aber wir kämpften. Wir fanden eine neue Wohnung und zogen um.
Nun sind wir hier. Ich mit meiner Depression, die Schulden sind noch immer da, aber es geht langsam Bergauf. Die kleine hat einen Kitaplatz und wir haben uns eingelebt.

Soweit unsere Vorgeschichte.

Komme ich einmal zu meiner Krankheit – und ja – Depression ist eine Krankheit.
Leider ist Depression noch immer in der Gesellschaft ein Tabuthema. Es wird belächelt und einfach nicht ernst genommen. Aber Depressionen sind ein sehr ernstes Thema. Depression ist nicht einfach nur Traurigkeit. Dazu gehört noch sehr vieles mehr. Es ist als ob man die Kontrolle über seinen eigenen Körper verliert. Es beinhaltet zu der Traurigkeit und unkontrolliertem Weinen auch unter anderem Schlafstörungen, Extreme Antriebslosigkeit (um das ganze Bildlich darzustellen – Der Körper fühlt sich an als wäre er aus Blei – Schwer sehr schwer und man kann sich kaum Bewegen – obwohl man im Kopf weiß man muss jetzt), Konzentrationsstörungen, Angststörungen und natürlich die wahrscheinlich bekannten Pessimistischen Gedanken die man nicht Kontrollieren kann. Manchmal sind es auch einfach so viele Gedanken dass sie einen fast in den Wahnsinn treiben. Viele haben Tinitus, so wie ich auch.
Soweit erst einmal ein kleiner Überblick. Aber auch extreme Hochphasen gehören dazu. In diesen könnte man glauben man hätte alle Kraft der Welt – ist unbesiegbar – Zerspringt förmlich vor Glück. Was durchaus auch belastend sein kann. Denn eigentlich wünscht man sich nur ein ganz normales Leben. Ein Leben ohne Extreme. Wie sich dies alles (und sicher noch einiges mehr – was ich jetzt vergessen habe) auf das Alltagsleben auswirkt und wie man es meistert oder eben auch nicht, was eine Depression für Körperliche auswirkungen haben kann – das wird in Einträgen beschrieben.

Nun möchte ich noch meine persönlichen Ängste loswerden, denn ich denke das hilft ein wenig zu verstehen, warum ich manche, alltägliche Dinge, einfach nicht kann und Hilfe benötige. Besonders große Angst habe ich davor mit Fremden Menschen zu sprechen. Egal ob Persönlich oder am Telefon. Telefonieren ist sehr schwer für mich. Ich fange an zu Zittern, werde fast Panisch. Es ist ein großer Kraftaufwand mich zu überwinden. Meine Angst vor Gesprächen (telefonisch oder Persönlich) geht soweit dass ich manchmal einfach nicht richtig Argumentieren kann. Ich rede mich quasi um Kopf und Kragen und drücke mich schlecht aus – so dass ich falsch verstanden werde. Dazu kommt meine extreme Schüchternheit. Außerdem fühle ich mich mehr als unwohl in unbekannten Situationen und großen Menschenaufläufen. An belebten Plätzen. Wenn meine Angstzustände groß sind ist es für mich ein großer Kraftaufwand und eine große Überwindung auch nur mit dem Zug zu fahren. Allerdings gibt es manchmal Momente, da kann ich Mutig sein. Da ist meine Depression nicht so groß und ich habe auch keine Angst. Und dann kann ich ganz normale Dinge tun. In solchen Momenten bin ich oft sehr Stolz auf mich. Denn in Anbetracht meiner schlimmeren Zeiten ist dies ein großer Schritt für mich. Und irgendwann, das weiß ich genau, habe ich alles überwunden. Das tägliche Busfahren in die Kita und zurück ist größtenteils okay. Ich weiß ich muss es machen, ich komme nicht darum. Daher stehe ich es durch. Aber auch hier habe ich manchmal Momente in denen ich mich unwohl fühle. Aber ich versuche mich zusammen zu reißen. Für meine kleine Maus.

Für sie kämpfe ich – täglich – stündlich – gegen meine Krankheit – meinen ganz persönlichen  Dämon in mir! Ich lasse mich nicht besiegen von ihm!