Ein ADSler beim Escape Game. Oder Escape the Room. Oder wie auch immer das Ding heißt.

Ich muss vorweg nehmen, das Erlebnis von dem ich nun erzählen möchte, liegt bereits einige Tage zurück. Eigentlich wollte ich Sonntag Abend direkt hinterher berichten. Aber Ich erlag dann doch meiner Müdigkeit und meines Erschöpft sein.

Nun, aber von Anfang an: Es war Weihnachten, als wir von meinem Herrn Papa und seiner liebsten einen Umschlag überreicht bekamen – als Weihnachtsgeschenk. Es war die Einladung mit ihnen ein Event in einem sogenannten Escape Room zu erleben. Oder in meinem Fall: zu überleben.

Es wird einigen bekannt sein. Man wird in einem Raum eingeschlossen und muss Aufgaben oder Rätsel lösen um wieder hinaus zu kommen.

Wir fanden zu viert einen Termin.

Sonntag war es dann soweit. Das Kind war bereits am Freitag untergebracht worden bei ihrer Freundin. Und mein Freund und ich dackelten los. Erste Herausforderung: Die Fahrt nach Berlin. So wie es oft eine Herausforderung ist. Eine Zugfahrt. Viele Eindrücke. Viele Reize. Viele Menschen. Und dann auch noch Ersatzverkehr. Also mehrfach umsteigen und durch Bahnhöfen dackeln.

Aber ich machte mir meinen eigenen Spaß und beobachtete die Menschen. So lief zum Beispiel, ein Mensch vor uns in voller Eisbären Montur. Ein Einzelner. Ich dachte erst: Oh – ist heute also ein Eisbärenspiel? Dann begutachtete ich mir den Jungen Mann noch genauer. Mehrere Schals (heißt das Schals?) um die Hüften rum angeordnet. Es sah aus wie ein Rock. Hihi. Ich fragte mich ob auch Eisbären etwas unter ihren Schal-Röcken tragen. Und dann bekam ich Mitleid. Schließlich war es ein einzelner Eisbär. Wo war sein Rudel? Ist er Einsam?

Als wir auf den Bus warteten sah ich noch einmal zum Bahnhof zurück und entdeckte, der arme, einsame Eisbär fand doch noch sein Rudel und das ganze Rudel machte sich auf den Weg. Na was für ein Glück. Ich schickte noch in Gedanken ein Viel Glück für das Spiel hinterher und schon saßen wir im Bus. Es war ein Reisebus. Sehr angenehm zu fahren. Wenn alle Sitze in einer Richtung zeigen fühlt man sich eindeutig weniger beobachtet von anderen Mitfahrern.

Aber genug von der Fahrt. Ich wollte ja vom Event erzählen.

Also – Denken unter Zeitdruck. Auf kleinstem Raum. Keine Fluchtmöglichkeit. Verdammte Axt. Aber gut, da muss ich durch.

Ich war übelst aufgeregt. Wusste ja nicht einmal was auf mich zukommt. Völlig unbekannte Situation in die ich da hineingeworfen werde. Und das ist etwas, das absolut nichts für mich ist. Das Unbekannte.

Nun denn. Augen zu und durch. Wir fuhren zu viert zu dem Veranstaltungsort. Dort aufgeschlagen wurden erst Jacken und Taschen abgegeben. Handys sollten ebenfalls ins Schließfach und erst einmal in einem Warteraum platz nehmen.

Aber nicht lange, dann wurden wir von unserem Spielführer abgeholt. Wir bekamen die Regeln erklärt und eine kurze Einführung in die Geschichte. Und schon ging es ab in den Raum. Tür zu und die Uhr lief. 3 aus unserer Gruppe fingen gleich an sich umzusehen und legten los nach Hinweisen zu suchen. Und ich? Ja. Die kleine ADSlerin stand erstmal da. Völlig überfordert. Wollte mich im Kreis drehen. Ich war sowas von erschlagen von den ganzen Eindrücken. Ein kleiner Raum. Vollgestellt mit Utensilien. Bücherregale und allem möglichen. Und die Zeit lief. Verdammt. Wir fanden 2 Schlösser, die wir öffnen mussten. Aber wie waren die Zahlen? Und die kleine ADSlerin immer noch leicht überfordert.

Mit der Zeit jedoch hat auch die kleine ADSlerin sich eingefunden und konnte den einen oder andren wertvollen Beitrag leisten. Selbst ein Schloss öffnete die ADSlerin völlig selbstständig.

Ich bekam einen Geistesblitz und ohne ein Wort (da war ich eh nicht so richtig zu in der Lage), hockte mich zur Truhe hinunter und zack. Da war das Schloss auf. Ha!!! Und da sagt noch mal einer wir ADSler sind zu nix in der Lage!! Seit dem fluppte es weitaus besser und ich kam so richtig in Fahrt.

Letzten Endes haben wir die Zauberschule dann in 56 Minuten geschafft. Es hat ein riesen Spaß gemacht. Ja gut – es war mega anstrengend aber der Spaßfaktor war riesig.

Alle bedenken die ich vorher hatte waren völlig unbegründet. Ich lebe noch. Der Raum steht auch noch.

Die Rückfahrt verlief dann auch wie im Flug. Noch schnell das Kind abgeholt und ab nach Hause. Völlig erschöpft sind wir dann ins Bett gefallen. Aber mit einer wunderschönen Erinnerung, an ein Wahnsinns Erlebnis, mehr in unserem Herzen.

Und nun werden die Ferien ausgenutzt um sich etwas zu erholen…

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